Hinschauen statt Wegsehen


Wie oft haben wir schon gehört, nein das tue ich mir nicht an. Das ist ja grausig. Das muss ich mir nicht geben. Wir sehen etwas aber wollen es einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Da es mit Aufwand, Engagement, Idee und Kreativität zusammenhängt, die oftmals schon verloren gegangen sind.

Oder genauer gesagt: Da halte ich mich raus. Dann werde ich auch nicht reingezogen. Eine praktische Einstellung, aber eine gefährliche. Unser Benehmen auf der Strasse mit Bierflasche am Mund verheisst nichts Gutes.

1939, gehen wir mal in der Geschichte von Deutschland zurück. Da gab es schon einmal diese Tendenz. Man bemerkte etwas, aber man schwieg! Aus Angst, ja Angst essen Seele auf, so sagte Fassbinder in seinem Film. Wegsehen und Weghören. Ignorant der Realität begegnen. Das ist unsere Zeit. Aber selber für sich die Lobby erarbeiten, damit es mir an nichts fehlt.

Das ging in vielen Jahrzehnten gut, aber so langsam kann man über viele Dinge nicht mehr wegsehen. Geschweige denn weghören. Da unser eigenes Handeln in den letzten Jahren Folgen hatte. Zum Beispiel das Ausleben der Freiheit!

Kinder? Nein danke, das ist nicht mehr im Trend. Heute haben wir nicht nur den Pillenknick. Heute fehlt der Nachwuchs an allen Enden. Egal wo wir hinschauen. Egal wo wir hinhören. Mangelerscheinungen, die wir bisher gut und optisch geschönt verwalten. Reicht das auf Dauer?

Reicht es uns nur dahin zu vegetieren? Mit der gleichen Marotte von gestern. Ging doch immer gut, wird es auch weiterhin gut gehen. Oder haben wir das Talent und den Mut Dinge beim Namen zu nennen. Die nicht stimmen?
Erheben wir noch unsere Stimme, wenn wir was entdecken?

Investigativer Journalismus macht es, deckt auf, klagt an, zeigt Missstände. Naja schön. Dann schau ich mir das mal genauer an. Aber eigentlich interessiert es mich nicht, denn was geht es mich an, wer heute wieder dran glauben musste? mir geht’s ja noch Gold.

Was hab ich damit zu tun?

Ist doch nicht meine, Schuld, dass Wir/ Ich/Du nichts mehr freiwillig machen. Muss ja auch zusehen, wie ich durchkomme. Jeder ist sich selbst der Nächste. Keiner kümmert sich um mich, wieso ich mich dann um Dich?

Sätze wie aus dem Schlaraffenland der Selbstgefälligkeit. Aber alles fordernd. Denn Hinschauen geht anscheinend nur bei anderen.

Nehmen wir die Wohnungssuche. Hinschauen oder Wegschauen?

Mieten, Kaufen, Wohnen. Eine fatale Sendung. Nicht für die Macher, sondern für die Vermieter. Da wird eine Gesellschaft grossgezogen, die alles will es aber nicht bezahlen kann. Denn Wohnraum wird teuer besonders in der Grossstadt. Es wird für viele unbezahlbar. Nur zweit und dritt Jobs gewährleisten den gleichen Standard im Leben.

Ich frage wo bleibt der Mensch? Aber dabei sind wir selber Schuld an diesem Zustand.

Denn wir wollen alles.

Wenn Hotel dann mit Schwimmbad. Man geht zwar nicht rein, aber es zieht für mögliche Gäste. Wenn Wohnung dann bitte nur Erstbezug neu alles frisch und prick. Beim ersten Anstrich wird umgezogen. Und alle nehmen diesen Stil an, den Stil des Forderns, aber keiner gibt etwas freiwillig.

Oberursel hat es bewiesen. Man schaute hin und hörte zu und da war plötzlich Aufruhr über Rohrbomben zum Fahrradspektakel rund um den Henninger Turm in Frankfurt. Diesmal war es frühzeitig genug. Werden wir es immer so beherrschen das Hinschauen? Oder bleiben wir aus Bequemlichkeit beim Wegschauen, weil es einfach und bequem ist?

Euer Charli Wolf
http://www.charli-wolf.de

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen .)Herausgeber des Liberalen Boten
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