Tafelspitz oder Hospiz?

Hoppla, das gehört zusammen? Oder was ganz Unterschiedliches wie süss und sauer? Heiss und kalt?

Lecker und bitter?

Habe heute eine ganz seltsame und doch sehr bereichernde Erfahrung gemacht. Ich wollte dringend in ein Hospiz wo eine liebe Bekannte dem Tod verschrieben mit 72 Lungenkrebs ihre letzte Zeit verlebt. Endstadium.

Ein nicht leichter Gang. Was wird mich erwarten? Was muss ich ertragen? Was wird mir an Leid widerfahren? Ich fuhr hin!

Du machst es so, als wenn Du auf Besuch gehst. Das Thema:“Ende“ klammerst Du einfach aus.

Gesagt getan. Ich kam dort an. Ich dachte ich wär in einem 4 Sterne Hotel gebucht. Super Anlage. Blitzsauber. Top eingerichtet. Hospiz Essen Steele.

Heute 20 jähriges Bestehen. Mit Festgottesdienst im WDR übertragen!

Einfach toll. Aber ich wollte ja nicht eine Immobilie bewerten sondern eine “ Todgeweihte“ besuchen.

Schon im Gepäck sanfte Worte vorbereitet. Alles für die Katz. Alles umsonst.

Denn was ich erlebte, wurde mir zu einer neuen Erfahrung. Ich wurde auf der Terrasse von der Person mit Kaffee und Kuchen begrüßt. Strahlend, obwohl todkrank. Aber schmerzfrei gestellt!

Erst dachte ich: Wie geht das?

Sieht aus wie ein Urlaubsgast.

Ihr Lebenspartner 80 Jahre daneben wie ein Verliebter Frischling.

Alle wissen um den Tatbestand und reden offen darüber. Aber kein Gejammer! Nein, im Gegenteil.

Wir nutzen die Gunst der Stunde fangen an den Tag die Gespräche die Witze zu geniessen. Wir lachen und sind fröhlich. Fast besser als in einer Disco mit genervten Handybenutzern!

Ehrlich gesagt hatte ich selten so intensive Erlebnisse. Ich setzte mich dann ans Klavier und spielte zwei meiner Lieder. Bleib bei mir wenns Abend wird und jeder Abschied ist immer eine Träne Wert! Ohne dabei den Text zu singen! Also nur Klavierintonation. In dem Innenhof des Hauses, welcher wie ein Sonnenaufgang zu allen Türen des Hauses geht.

Als ich aufhörte mit dem Schlussakkord hörte ich eiserne Stille und ich dachte hoffentlich hast Du jetzt niemand gestört!

Und plötzlich erklang wie aus dem Nichts Applaus! Als wenn Geister den Raum betreten hätten!

Es waren die Bewohner die zugehört hatten und wo sich ein Familienmitglied sogar persönlich bedankte. Ich war zutiefst beschämt. Und doch hoch erfreut, dass meine Musik diese Menschen erreicht hatte. Auch meine Bekannte.

Ich setzte mich wieder in die gesellige Runde auf die Terrasse. Da fuhr ein schwarzer Wagen vor.

Und zwei Sargträger durchbrachen meine Blickwinkel.

Chris von Zimmer 9 war gerade dabei umzuziehen, so nannten es die Pfleger. Und wir erhoben uns. Um ihr das letzte Geleit zu geben. Aber es war merkwürdig: Es war zwar der Tod im Umfeld, aber es war keine Trauer, aufgesetzt mit Sonnenbrille, sondern in menschlicher Begegnung wird dort mit dem Thema des Endlichseins umgegangen. Es wird sich verabschiedet. Aber im Glauben.

Wir sehen uns bald wieder. Auch meine Bekannte mit 72 jahren sagte: „Klar, komm Samstag wieder mach für uns Musik. Aber vergiss nicht, wir trinken gerne ein Gläschen Sekt!“

Natürlich werde ich Samstag hinfahren und spielen. Denn das hat ein Halleluja verdient. Dieses Hospiz in Essen. Wo lebensfrohe Menschen sich ehrenamtlich als Verein für Menschen einsetzen. Um Ihre letzten Tage mit Rosenblättern zu federn.

Ich bin tief beeindruckt gefahren und freue mich schon auf diese so „menschliche“ Runde. Denn hier zählt nur noch die Wahrheit!

Euer Charli

Über Hans-Georg (von Webenau) Peitl, Präsident

.) Präsident des Ordo templis laborate - Die Templer - Gesellschaft christlicher Journalisten/innen .) Obmann der Christlich Liberalen .)Herausgeber des Liberalen Boten
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